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Intervalltraining – das Zeitsystem in der Equikinetic

Intervalltraining hat den Vorteil gegenüber herkömmlichen Trainingsmodellen, eines effizienteren Muskelaufbaus, sowie eine gesteigerte Konditionsleistung in kürzerer Zeit zu erreichen.
Pferde im Zeitsystem trainieren geht das? So mach einer wird sich fragen, ob es Sinn macht.
Ein Intervalltraining wechselt zwischen intensiver Belastungsphase und Erholungsphase. Das Pferd erholt sich nicht komplett während der Pausen und somit wird ein Trainingsanreiz gesetzt.
Die Pausen zwischen den Arbeitsphasen sind dazu gedacht, um kurzfristige den Energiebedarf wieder aufzufüllen und nicht in ein zu starkes Sauerstoffdefizit zu kommen.
Zudem dürfen sich die Pferde zwischen den Arbeitsphasen etwas erholen, da auch die Konzentration während der Arbeitsphase sehr intensiv ist.
Pferden kommt, diese Art zu trainieren sehr entgegen. Sie haben ein ausgeprägtes Zeitgefühl und finden sich sehr gut damit zurecht. Vielen Pferden scheint eine Art Sicherheitsgefühl zugeben. Sie wissen, was sie zu erwarten haben.
Es ist allerdings auf das richtige Trainingstempo zu achten, um Gelenkschäden zu verhindern und eine allgemeine Überforderung zu vermeiden. Das Intervalltraining startet mit kurzen Arbeitsphasen, ebenso mit einer kurzen Gesamttrainingszeit und wird individuell auf das Pferd angepasst und gesteigert.

Viel zu wenig beachtet: Die Faszien des Pferdes

Faszien – Bindegewebe, bestehend aus Kollagenfasern und Elastin. Sie umhüllen die einzelnen Muskeln und Muskelgruppen. Soll eine Muskelkette arbeiten können, müssen auch die dazugehörigen Faszien trainiert sein. Faszien beim Pferd verbinden z. B. die dorsale Muskelkette mit der ventralen Muskelkette. Treten in diesen Muskelketten Störungen auf, beeinfluss das die Gesamtdynamik, den korrekten Bewegungsablauf, was das Pferd früher oder später krank macht.
Faszien geben dem Muskel Form und Stabilität, sie grenzen die einzelnen Muskeln untereinander ab, sodass diese sich während der Kontraktion nicht gegenseitig behindern.
Die Kollagenfasern der Faszien haben eine geordnete Struktur, die ihnen eine gewisse Elastizität erlaubt.
Werden die Faszien nicht in die richtige Richtung oder gar nicht benutzt, sprießen die Kollagenfasern nicht mehr in die gewünschte Richtung, sondern breiten sich kreuz und quer aus. Dieses verfilzte Geflecht ist nicht mehr in der Lage, sich in die gewünschte Richtung zu dehnen und verursacht dem Pferd Schmerzen. Man denke an ein Pferd, das nicht über den Rücken geht.. Ändert man an diesem Zustand nichts, sprich arbeitet man das Pferd auch weiterhin nicht über den Rücken und z.B. in der Längsbiegung, wird sich dieser Zustand nicht verbessern ggf. eventuell verschlimmern.
Ein Nebeneffekt des z.B. Equikinetischen Trainings von Michael Geitner ist es diese Faszien elastisch zu halten. Indem Pferde mit gleichmäßiger Dynamik und Spannung gearbeitet werden, wird verhindert, dass Faszien starr werden, somit die Muskelketten arbeiten können und das Pferd gesund bleibt.

Der Kappzaum

Die Arbeit an der Longe ist abwechslungsreich und gymnastisch wertvoll. Ein wichtiges Detail, das dazu benötigt wird, ist der Kappzaum. Mit einem Kappzaum ist es möglich, das Pferd schön zu stellen, und das empfindliche Pferdemaul wird geschont.
Es gibt sie in allen möglichen Ausführungen, aber worauf ist besonders zu achten?
Ein gut sitzender Kappzaum rutscht nicht! Reagiert das Pferd mal nicht so sensibel auf die allerfeinsten Hilfen und läuft Anfangs etwas in Außenstellung, was halt nun mal vorkommt, darf der „Augenriemen“ nicht ins Auge rutschen. Nicht nur die Wirkung des Kappzaums geht verloren, es dürfte für das Pferd auch ziemlich unangenehm sein.
Ob nun mit oder ohne Naseneisen, die Auflage auf das Nasenbein sollte breit und weich gepolstert sein, einen punktuellen Druck zu mindern. Je schmaler und dünner die Auflage auf der Nase, umso mehr Druck wird darauf ausgeübt. Zudem muss auf die Passform geachtet werden. Man kann sichs vorstellen, dass es äußerst unangenehm sein kann, wenn ein Naseneisen auf dem Nasenrücken Hin und Her rutscht. Ein Kappzaum muss gut verschnallt werden können, ohne zu drücken.
Die Auflage darf nicht zu tief auf der Nase angebracht sein. Die Nasentrompeten müssen frei sein und der Kappzaum auf dem knöchernen Teil des Nasenbeines aufliegen. Übrigens … ein Naseneisen ist kein Muss!
Die obligatorischen „Zweifingerbreit“ unterm Jochbein haben auch ihre Berechtigung. Nicht nur das empfindliche Jochbein wird geschont, auch der Gesichtsnerv bleibt unbehelligt, der in diesem Bereich seine Austrittsstelle hat.
Last but not least, der Genickriemen darf die Ohren nicht einklemmen und ein weiches und breites Genickpolster verhindert auch hier unangenehmen Dauerdruck.